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Hallo,
wie immer ist der Kollege ist schuld!
Wie oft haben Sie in dieser Woche schon die Schuld für einen Misserfolg
auf jemand anderes geschoben? Sie kamen zu spät, weil Stau war. Die
Präsentation enthielt Rechtschreibfehler, weil der Kollege sie nicht
durchgesehen hatte. Der Flyer wurde nicht fertig, weil die Druckerei
Probleme machte.
Schuld weiterzugeben oder einen Sündenbock zu suchen ist eine
verbreitete Sportart unter Menschen. Vordergründig funktioniert es
manchmal sogar. So bekommt der Kollege eben sein Fett ab, und nicht
Sie. Aber wie geht es Ihnen dabei? Tief in sich drin wissen Sie
natürlich, dass es Ihr Versäumnis war. Wären Sie früher losgefahren,
oder hätten Sie die Druckerei besser gebrieft, hätte es diese Probleme
wahrscheinlich gar nicht gegeben.
Und auch bei den großen Fragen des Lebens hilft der häufige
Selbstbetrug kaum weiter. Die Bewerbungskommission war nicht
voreingenommen, als der andere Bewerber den interessanten Job bekommen
hat. Der Prüfer war nicht negativ gegen Sie eingestellt, als Sie durch
das Examen gerasselt sind. Nein, in Wirklichkeit war der andere
Bewerber einfach passender, und auf das Examen waren Sie schlecht
vorbereitet. Und auch Ihre schwierige Kindheit hat nicht wirklich etwas
damit zu tun, dass Sie unzufrieden mit Ihrem Job sind.
Ihre Umgebung können Sie vielleicht täuschen. Zumindest für eine
bestimmte Zeit. Aber sich selbst täuschen Sie damit nicht. Und diese
erfolglose Selbsttäuschung führt zu noch mehr Frust. Vor allem jedoch
verhindert sie, dass Sie ihre eigenen Missstände nachhaltig verändern
und dass Sie selbst erfolgreicher werden. Von den Folgen an ihrem
Arbeitsplatz oder in Ihrem Umfeld ganz zu schweigen. Denn nichts lähmt
Arbeitsprozesse und Motivation mehr als das gegenseitige Zuschieben von
Schuld und Misserfolgen.
Daher meine Empfehlung: Übernehmen Sie Verantwortung für Ihr Handeln,
ja für Ihr ganzes Leben. Denn es gibt sonst niemanden, der das tun
kann. Erkennen Sie Ihre Schwächen ehrlich an und gestehen Sie Ihre
eigenen Fehler ein. Erst wenn Sie diesen Schritt vollzogen haben,
können Sie auch wirklich etwas an Ihrem Verhalten oder Ihren
Einstellungen verändern.
Interview mit Dr. Christian Schmid-Egger, Kommunikationstrainer und Coach für Konfliktmanagement
Caroline Krüll:
Herr Schmid-Egger, mal ganz naiv gefragt, was ist schlecht an
Konflikten im Büro? Man sagt doch, dass aufgestauter Dampf raus muss.
Da darf es doch auch mal laut werden?
Christian Schmid-Egger:
Klar, laut darf und soll es ruhig mal werden. Diese Konflikte stören
überhaupt nicht, sondern tragen vielmehr wirklich zum Abbau von
Spannung bei. Doch leider sind die lauten und kurzen Konflikte eher
selten. Häufig finde ich in Unternehmen und Teams langanhaltende,
unterschwellige Konflikte vor. Die Kollegen reden nur noch das nötigste
miteinander und verbringen sehr viel Zeit damit, sich gegenseitig
Steine in den Weg zu legen bis hin zum ausgewachsenen Mobbing.
Caroline Krüll: Woran liegt das? Warum haben wir Menschen so viel Spaß dabei, uns gegenseitig das Leben so schwerzumachen?
Christian Schmid-Egger:
Gute Frage. Um es mal ganz deutlich auf den Punkt zu bringen: Konflikte
mit anderen haben immer mit mir selbst zu tun. Ich schleppe ein eigenes
Problem oder eine Unzulänglichkeit mit mir rum. Diese übertrage ich auf
Kollegen. Oder ich biete dem Kollegen eine Projektionsfläche. Um ein
Beispiel zu bringen: wenn ich Versagensängste habe, sind meine Antennen
sehr stark auf Erfolg ausgerichtet. Gleichzeitig bin ich hier aber auch
extrem empfindlich. Wenn jetzt ein Projekt schief läuft, läuten bei mir
sofort die Alarmglocken. Denn mein Unterbewusstes suggeriert mir
vielleicht, dass ich dadurch existenziell bedroht bin. Also gerade
unter Stress und reagiere ich aggressiv. Ich mache den Kollegen
mitschuldig. Ich verteidige mich nach vorne. Ich werde „schwierig“. Was
ich in einer solchen Situation meist jedoch nicht mehr kann, ist, meine
Energie voll und ganz auf die Lösung des Problems zu konzentrieren. Der
„coole“ Kollege, der sich sicher fühlt, weil er keine Existenzängste
verspürt, kann das jedoch locker
Caroline Krüll: Was ist zu tun, was raten Sie den Betroffenen?
Christian Schmid-Egger:
Ad hock muss man natürlich erst einmal den Konflikt schlichten. Das
kann der Vorgesetzte tun, oder er holt sich einen externen Berater.
Dieser wird versuchen, den Konflikt zu entschärfen, auf die Sachebene
zu heben und den Fokus vom Problem weg auf eine Lösung zu richten. Das
gelingt oft auch. Spannend wird es jedoch später. Wie verhält sich die
Person weiter. Schlittert sie oder das ganze Team gleich in den
nächsten Konflikt hinein? Wenn man bemerkt, dass sich hier überhaupt
nichts verändert hat, muss man mit dem einzelnen oder mit einem Team
anders arbeiten. Vor allem muss man jetzt klarmachen, welche Gründe zum
Konflikt führen und was der jeweilige Anteil der Betroffenen daran ist.
Jeder muss lernen, Verantwortung für seinen Teil am Erfolg zu
übernehmen und danach zu handeln. Konkrekt bedeutet dies: wenn ich mir
zehn Minuten am Tag Gedanken mache, welcher Kollege für welchen Fehler
zuständig ist, fehlen mir am Monatsende mehr als drei Stunden, die ich
zum Gelingen des Projekts hätte beitragen können. Bei fünf
Teammitgliedern fehlen dann fast zwei Arbeitstage. Und das kann am
Markt wirklich über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
Caroline Krüll: Ich danke Ihnen für das Gespräch.
Buchtipp:
Erfahren Sie auf focus online zusammen mit dem Konfliktcoach Dr.
Christian Schmid-Egger, wie Sie Konflikte im Büro kreativ und
nachhaltig lösen:
http://www.focus.de/jobs/berufsalltag/konfliktmanagement-videos/
Verlosung: Gewinnen Sie ein 3-stündiges Coaching mit Dr. Christian Schmid-Egger. Schreiben Sie uns doch einfach an look@caroline-kruell.de, wie Sie Ihre Konflikte im Büro lösen.
Und das möchte ich Ihnen ganz besonders ans Herz legen:
Ich bin Botschafterin der Kampagne „Jedes Kind ist ein VIP“, die Kinder in ein positiveres Licht rückt!
Haben Sie heute schon einem Kind aufmerksam zugehört und es wirklich
gesehen? Bitte besuchen Sie die Website und helfen auch Sie bitte im
Namen aller Kinder dieser Welt mit!
http://www.jedes-kind-ist-ein-vip.de
Vielen Dank!
Ich wünsche Ihnen eine wunderbare Frühlingszeit mit vielen neuen Impulsen und Ideen,
herzliche Grüße, Ihre
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